25 Jahre Altenheim Bakowa  - Ansprache von Helmut Weinschrott

Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Festgäste, liebe Heimbewohner und Mitarbeiter, ich freue mich, Sie alle heute zu diesem freudigen Anlass hier im Altenheim Bakowa begrüßen zu dürfen. Wir sind hier, um die vergangenen 25 Jahre rückblickend zu bedenken, uns die Anfänge in Erinnerung zu rufen und zugleich auch zuversichtlich und fröhlich in die Zukunft zu schauen. Wir sind hier um „Erfolge und Entwicklungen“ zu feiern, denn welche Herausforderungen die Zukunft bringen wird, läßt sich nicht vorher sagen. In der früheren Großfamilie, in ländlichen Gebieten, war das Miteinander von Jung und Alt  ganz selbstverständlich. Da Oma und Opa mit im Hause lebten, war der Umgang mit alten Menschen für die Enkelkinder ganz unkompliziert. Die Entwicklung in unserer heutigen Gesellschaft ist darauf hinausgelaufen, das Leben der Generationen zu trennen - leider. Der ältere Mensch sucht dann einen Ort, der ihm Pflege, Zuneigung und Geselligkeit bietet, einen angenehmen Aufenthalt, wo er seinen Lebensabend in Würde und unter fürsorglicher Betreuung verbringen kann.  Vor dem Fall des eisernen Vorhangs, vor der Wende, war der Begriff „Altenheim“ für viele ein „Armenhaus“, ein   „Schreck-gespenst“ und es war bestimmt keine leichte Aufgabe, diesem Begriff ein neues Gesicht zu geben.

Mit den ersten Planungen dieses Gebäudes wurden 1990 begonnen und am 9. September 1991 vom  damaligen Bischof Sebastian Kräuter eingeweiht. Das Haus wurde mit Mittel der Bundesregierung umgebaut, neu gestaltet mit modernen Ausstattungen für 17 Bewohner eingerichtet. 2001 wurde das  Haus mit einem neuen Forumssitz erweitert, einem Speisesaal für Kinder, ausgestattet mit Mittel der bayerischen Staatsregierung auf Anregung von Landtagspräsidentin Frau Barbara Stamm, eine Erinnerungsstube und der Innenhof vergrößert. Heute versorgen wir hier im Haus neben den Heimbewohner, über die Arbeitsgemeinschaft Berchtesgaden 35 bedürftige Kinder und weitere Essen auf Räder für das Dorf. Das  Durchschnittsalter der Bewohnern ist höher geworden, die Anzahl der Pflegefälle ist bedeutend angestiegen, und verändert haben sich in diesem Vierteljahrhundert auch die Ansprüche der Bewohner: möglichst ein Einbettzimmer und einen individuell zugeordneten Sanitärraum mit WC und Dusche. Rundum es sind neue und andere Erwartungen  als 1991. Das betrifft nicht nur die Zimmerausstattung sondern auch die vielen Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und Anpassungen an Europäische Normen, welche von vielen Kontrollinstitutionen und Behörden überprüft werden. Es ist manchmal kaum mehr möglich, allen Anforderungen im Detail gerecht zu werden und diese dann auch in die Realität umzusetzen.

Daß hierfür sehr viel Zeit und Geld verwendet werden muß, versteht sich von selbst.

Doch auch noch so moderne Ausstattung, Geräte und Hilfsmittel, oder noch so modernste medizinische Versorgung können den Menschen, SIE die Belegschaft, nicht ersetzen. Für ein Altenheim sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die wichtigsten Ressourcen. Arbeit in einem Pflegeheim ist für alle, die direkt mit den Bewohnern zu tun haben, Beziehungsarbeit.

Wir haben glücklicherweise hier im Heim sehr gute Mitarbeiter, die eine angenehme Atmosphäre schaffen. Seien Sie versichert, wir wissen das zu schätzen. Dank für euren unermüdlichen Einsatz über die schon anstrengende tägliche Arbeit.

 Deshalb sollen wir uns weiterhin nach dem Bibelzitat  aus Levitikus 19, Vers 34 orientieren:
„Der Fremde, der sich bei Euch aufhält, soll Euch als Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.'.

Jeder von uns wird in der Zukunft mehr und mehr aufgerufen sein, sich für das Wohl der älteren Generation einzusetzen. Immer mehr junge Menschen stellen jetzt schon fest, wie bereichernd und spannend es sein kann, alten Menschen zu begegnen und sich mit ihnen auszutauschen.

 Das erleben wir im Hause auch immer wieder.

Heute wollen wir in erster Reihe nochmals allen danken die an der Gründung dieses Heimes beteiligt waren. Der Stadt Busiasch, mit ihrem Bürgermeister Sorin Munteanu und den Stadträten,  für die Unterstützung und unentgeltliche Nutzung diese Hauses. Danken möchte ich dem Bundesministerium des Inneren, für die Entscheidungen bei der Gewährung der notwendigen Finanzmittel, Herrn Helmut Schneider, dem Gründer des Hilfswerks der Banater Schwaben und heute Ehrenvorsitzender des Hilfswerks, ohne dessen aufopferungsvollen Einsatz für unsere betagten Landsleute, es dieses Haus und alle anderen Sozialeinrichtungen der „Adam-Müller-Guttenbrunn-Stiftung im Banat nicht gegeben hätte.

Die Landtagspräsidentin Frau Barbara Stamm, die vor 25 Jahren als erste Bayerische Staatsministerin die Schwelle des ersten deutschen Altenheimes in ganz Südosteuropa, in Bakowa, betreten hat, und deren Hilfe und Einsatzbereitschaft auch in den vergangenen 25 Jahren hervorragend war, begrüße ich herzlich und danke ihr für ihre Hilfsbereitschaft.

Für den wohltuenden Gottesdienst und den erteilten Segen im Altenheim, danke ich herzlich seiner Exzellenz MS Bischof Martin Roos.

Mann der ersten Stunde war auch der damaligen Ortspfarrer Otto Barth, den ich willkommen heiße in unserer Mitte.

Meinen innigsten Dank an Pfarrer Eugen Vodila welcher für das seelische Wohl der Dorfgemeinschaft Bakowa und unserer Schützlinge sorgt.

Lucian Varsandan, Staatssekretär im Kulturministerium, begrüße ich herzlich in unserer Mitte.

Ovidiu Gant, Abgeordneter im rumänischen Parlament, unserem Berater und Mitstreiter, gilt mein Willkommens Gruß.

An der Jubiläumsfeier des ersten deutschen Altenheimes in ganz Südosteuropa, in Bakowa, sollte das Deutsche Konsulat, mit seinem Konsul Rolf Maruhn und dessen Belegschaft nicht fehlen. Herzlich willkommen.

Unseren Dank, für kontinuierliche Unterstützung des Hilfswerks der Banater Schwaben unter der Leitung des Vorsitzenden Herrn Nikolaus Rennon, dessen Stellvertreter Herrn Dieter Probst und Ehrenvorsitzender Peter Krier, ist nicht oft genug aussprechbar. Danke ! Danke!

Die Arbeitsgemeinschaft „Berchtesgaden hilft Rumänien“ vertreten damals bis heute, durch die Leiter dieses Vereines, dem Ehepaar Herta und Arnold Eder, blicken ebenfalls auf eine erfolgreiche, hilfsbereitschafte 25 jährige aufopferungsvolle Tätigkeit zurück. Ich danke Euch für die langjährige Unterstützung und heiße Euch herzlich willkommen.

25 jähriges Jubiläum feiert heute mit uns auch der in Kempten wohnende Walter Bischoff. Als Busfahrer brachte er im August 1991 eine Gruppe Banater Landsleute an den Wallfahrtsort Maria Radna. Darauf folgten privat jedes Jahr 1-2 Anreisen ins Banat mit 4-5 Fahrrädern, deren Zahl bei 125 Stück liegen müßte. Danke lieber Walter für Deine Wohltaten.

Dr. Jürgen Poor, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, ist ein sehr oft und gerne gesehener Gast und wir freuen uns immer wieder, wenn er mit uns feiert. Herzlich willkommen!

Dr. Joan Fernbach, Vorsitzender des Banater Forum begrüße ich  mit Gattin und danke ihm für die gute Zusammenarbeit.

Den Vertretern der Regional- und Ortsforen, dem Verein „Banatia“ , dem Verein der ehemaligen Russlanddeportierten und dem Aufsichtsrat der AMG Stiftung danke ich für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren und heiße sie herzlich willkommen.

Die Caritas der Diözese Temeswar mit seinen Sozialeinrichtungen ist für uns immer ein wichtiger Ansprechpartner. Ich begrüße den Caritasdirektor Herr Herbert Grün mit Gattin und Mitarbeitern und danke ihm für die gute Zusammenarbeit.

Die Eröffnungsfeier 1991 war mit Tanz und Musik. Auch nach 25 Jahren sind Trachtenpaare der Tanzgruppe „Banater Rosmarein“ unter der Leitung von Frau Prof. Edith Singer unserer Einladung gefolgt, um ihr Tanzbein zu schwingen. Danke für Eure Darbietung.

Die Musikkapelle unter der Leitung von Kapellmeister Mathias Henschel aus Rekasch und der Kirchenchor von Busiasch haben zur festlichen Gestaltung des Jubiläumfestes auf hervorragender Weise beigetragen. Herzlich willkommen und Danke.

Von den Vertretern der Medien wünsche ich mir umfassende Berichte. Fühlt Euch alle wohl in unserer Mitte!

Vieles ist erreicht worden, einiges muß noch getan werden. Wir können dies nur gemeinsam bewältigen. 

Dem Altenheim möge weiterhin eine erfolgreiche und friedliche Zukunft gegönnt sein.

Meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünsche ich viel Liebe und Kraft für Ihren bestimmt nicht einfachen Beruf am Mitmenschen.

Der christliche Glaube und die damit verbundene Werte Ordnung sollten stets ein Maßstab sein.

Ich wünsche Ihnen ein gemütliches Beisammensein und einen Guten Appetit.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

 

 

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